Das Weinfest fällt aus! 

Auf die Klage dreier Immobilienbesitzer in der Gustavstraße hin, hat das Verwaltunggericht in Ansbach erlassen, dass während des Weinfestes vom 30.7. bis 4.8.2014 die Außenbewirtung – also das Weinfest – um 22 Uhr komplett beendet sein muss. Die Freischankflächen – also die Gustavstraße – muss zu diesem Zeitpunkt komplett geräumt sein. Dies würde ein Ausschankende gegen 21 Uhr erfordern, sollten unter diesen Voraussetzungen überhaupt Gäste kommen, wäre es unmöglich diese lebensfremden Maßnahmen durchzusetzen.

Der verzerrte Wettbewerb ist nur ein Aspekt dieses Ansbacher Urteils, der die Durchführung des Festes unmöglich macht, denn alle anderen Freischankflächen werden zumindest in Fürth bis 23 Uhr geöffnet haben. Es ist anzunehmen, dass die Menschen nur sehr zögerlich die Straße verlassen würden, was uns Wirte sofort in den kostenempfindlichen Bereich der Ordnungswidrigkeit bringen würde. Bestenfalls gingen die Besucher des Weinfestes Richtung Marktplatz, was nur eine Verlagerung des Geräuschpegels bedeuten würde und die Kollegen dort vor unlösbare Probleme stellen würde. Bliebe nur die Polizei einzuschalten, um die Straße um 22 Uhr zu menschenfrei zu bekommen.

Diese Entscheidung, ein Weinfest bis 22 Uhr zu gestatten, ist so haarsträubend lebensfremd, wie es sich nur Gerichte erlauben können zu sein. Sie verbieten das Weinfest nicht, aber machen es undurchführbar und entziehen sich so jeder Verantwortung. Die Kosten bleiben beim Veranstalter, denn wir dürften ja...

Das alles ist den Klägern egal, sind sie doch bereits seit längerem nicht mehr wohnhaft in der Gustavstraße. Das Gericht geht auf diese Tatsache in keiner Weise ein. So wird der Weg frei gemacht für Immobilienbesitzer und Spekulanten, sich mit Kapital und Hilfe der Justiz jedes Gebiet zu ihrem Zweck umzuklagen.

In diesem Zusammenhang müssen endlich die Begriffe ANWOHNER und LÄRMGEPLAGT aus der Berichterstattung verschwinden. Sie sind nicht richtig, es handelt sich allenfalls um geräuschempfindliche Hausbesitzer oder Investoren.

Die Beweggründe der Hauptbeschwerdeführer haben schon lange nichts mehr mit einem Recht auf Ruhe zu tun. Sie haben sich zu einem Privatkrieg (mit freundlicher Unterstützung der Justiz) gegen die ganze Stadt verstiegen und können nicht mehr aufhören ihrer Prozesswut statt zu geben. Diese Tatsache wurde bisher durch alle Instanzen ignoriert.

In einer nicht zu überbietenden Arroganz stellen die Richter fest, dass: „Die Antragsgegnerin (Stadt Fürth), wie auch die in der Beigeladenen (i.V. Volker Heybeck) rechtlich organisierten Gastwirte nicht unzumutbar in ihren städtischen oder wirtschaftlichen Interessen betroffen sind“. Diese Feststellung ist nicht nur ignorant, sondern schlichtweg falsch.

Die Wirte, die diese Veranstaltung komplett alleine finanzieren, sind zum heutigen Zeitpunkt bereits mit etlichen Tausend Euro in Vorleistung gegangen. 25.000,00 € Kosten werden nur zu minimieren sein, sollten sich die gebuchten Musikgruppen kulant zeigen und keinen Schadenersatz fordern. Organisationsaufwand, sowie Druckkosten für Flyer und Plakat, Webauftritt und dergleichen werden von niemanden ersetzt werden. Versicherungen sind bezahlt, ebenso wie – oh Ironie – die Gestattungen der Stadt Fürth. Werden Sie ersetzt? Zur Zeit sind zumindest unsere Sponsoren infra fürth gmbh, AFI Versicherungsmakler, Flessabank und Autohaus Pillenstein noch dabei zu prüfen, ob ihr zugesagtes Sponsoring als Solidaritätsbeitrag bestehen kann.

Es ist unmöglich unter diesen Bedingungen ein am Rande der Wirtschaftlichkeit stehendes Fest, auch nur kostendecken zu veranstalten. Das Weinfest war immer die schönste Werbeveranstaltung für ein lebensfrohes Fürth und wurde von uns mit viel Liebe zu unserer Gustavstraße und für unsere Gäste aus der ganzen Welt (!) ausgerichtet. Jetzt wünschen wir uns nur noch, zumindest unser Kerngeschäft unbehelligt ausführen zu können.

Für die Stadt Fürth ist der Imageverlust wohl nicht zu beziffern, deswegen ist deren Weigerung einer – nun mehr zulässigen – Anfechtungsklage, für uns Gastwirte schwer zu verstehen. Die Hoffnung liegt bei der Politik, die endlich Lebenswirklichkeit mit geltendem Recht in Einklang bringen muss, sonst gehen bald in ganz Deutschland die Lichter aus.